Ich heiße Mandy und bin 1985 geboren.
Im Dezember 2017 bin ich an HER2-positivem Brustkrebs mit Lymphknotenbefall erkrankt und habe Chemotherapie, Mastektomie und Bestrahlung hinter mir und langsam wieder Vertrauen ins Leben gefasst. Meine Krebserkrankung habe ich als Erfahrungsbericht dokumentiert: Und dann am Leben bleiben.
Mein Mann hat mir vor etwa 10 Jahren die Grundtechniken seiner Spiegelreflexkamera erklärt und er hatte anfangs wirklich Mühe, mich zu begeistern. Mittlerweile gehört die Kamera quasi mit zu meiner Grundausstattung und Fotografieren ist für mich ebenso entspannend wie für andere Leute Yoga.
Ich bin keine ausgebildete Fotografin, erarbeite mir aber ständig Wissen, indem ich Bücher lese, Tutorials durcharbeite oder (und vor allem) mich ausprobiere.
Meine Fotos zeichnen sich durch größtmögliche Authentizität aus, da ich selbst keine Freude an einem Foto hätte, für deren Entstehung ich die Kinder zu einem gestellten Lächeln hätte animieren müssen. Vielmehr begebe ich mich mit meiner Kamera meist mitten ins Geschehen und fotografiere Momente, die sich unabhängig von dem Vorhandensein der Kamera ereignen.
Nach Abschluss meiner Akuttherapie ist der Wunsch enstanden, andere Betroffene bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. Aus dieser Motivation heraus, wurde im Frühjahr 2019 der Verein „Momente, die bleiben e. V.“ gegründet.
Im Rahmen des Vereins habe ich auch Biografiearbeit im onkologischen Kontext angeboten. Auf Grundlage meines Psychologiestudiums und von Fortbildungen in würdezentrierter Therapie habe ich ehrenamtlich biografische Gespräche mit schwer erkrankten Menschen geführt und ihre Gedanken, Erinnerungen und persönlichen Bedeutungen schriftlich festgehalten. Diese Arbeit war kein Therapieangebot, sondern eine begleitende Form, Identität und Würde neben der Erkrankung sichtbar zu halten. Sie ergänzt die fotodokumentarische Arbeit von „Momente, die bleiben e. V.“.
