Vereinsgeschichte
Hinter „Momente, die bleiben e. V.“ stehe ich, Mandy Falke.
Im Dezember 2017 erhielt ich die Diagnose HER2-positiver Brustkrebs mit Lymphknotenbefall. Es folgten Chemotherapie, Mastektomie und Bestrahlung. Diese Zeit hat vieles verändert. Nicht nur körperlich, sondern auch meinen Blick auf das Leben, auf Beziehungen und auf die Frage, was Menschen durch schwere Krisen trägt. Über diese Zeit habe ich später die Bücher „Und dann am Leben bleiben“ und „Und dann das Leben leben„ geschrieben.
Zur Fotografie kam ich über meinen Mann, der mir vor vielen Jahren die Grundlagen seiner Spiegelreflexkamera zeigte. Inzwischen ist die Kamera zu einem festen Begleiter geworden. Mich interessieren dabei keine perfekt inszenierten Bilder. Ich mag Fotos, die etwas erzählen. Bilder, die zeigen, wie Menschen wirklich sind.
Während meiner eigenen Erkrankung entstanden Fotos von mir und meiner Familie, die für mich bis heute eine besondere Bedeutung haben. Sie erinnern mich nicht nur an die Krankheit, sondern auch an die vielen kleinen Momente dazwischen. An Nähe, Angst, Hoffnung, Erschöpfung und Zusammenhalt. Daraus entstand der Wunsch, anderen Betroffenen ähnliche Erinnerungen zu ermöglichen.
Gemeinsam mit meinem Mann und einigen Unterstützern gründete ich deshalb 2019 den gemeinnützigen Verein „Momente, die bleiben e. V.“. Noch im selben Jahr wurde der Verein mit dem Förderpreis der Niedersächsischen Krebsgesellschaft ausgezeichnet.
Relativ schnell habe ich gemerkt, dass es eigentlich nie nur um Fotos geht. Hinter jeder Diagnose steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. Viele Gespräche drehten sich irgendwann um Erinnerungen, prägende Erlebnisse, Verluste, Beziehungen und die Frage, wie die Erkrankung in das eigene Leben eingeordnet werden kann.
Mein Psychologiestudium (B.Sc.), meine Weiterbildung in Psychoonkologie, Ausbildungen in Krisenintervention und systemischer Beratung sowie meine journalistische Ausbildung bildeten die Grundlage für diese Gespräche. Dabei habe ich mich unter anderem an den Prinzipien der würdezentrierten Therapie nach Harvey Max Chochinov orientiert.
Der Gedanke hinter „Momente, die bleiben e. V.“ ist bis heute derselbe: Menschen nicht auf ihre Erkrankung zu reduzieren, sondern ihnen als Mensch mit ihrer ganz eigenen Geschichte zu begegnen.
